OsmAnd – Die Garmin Alternative für das Smartphone

Die Garmin Alternative für das Smartphone ist aus meiner Sicht OsmAnd.

Das soll nicht heißen, dass ich meine Garmin-Geräte in Rente geschickt hätte. Zum Mountainbiken im rauen Gelände nehme ich im Sommer mein Oregon 700 und im Winter mein GPSMAP 64S, einfach weil letzteres auch mit Handschuhen zu bedienen ist.

Für die ausgedehnten Radtouren mit meinem Treckingrad oder Städtetrips mit dem Faltrad bleiben die Garmins zu Hause. Da verwende ich nahezu ausschließlich OsmAnd.

Ursprünglich wollte ich meinen Freunden vom ADFC Lüneburg, nur zeigen, wie man tolle Radtouren digital planen (selbstverständlich mit Garmin BaseCamp) und danach mit einem GPS-Gerät abfahren kann. Dabei ist es mir allerdings nicht gelungen sie davon zu überzeugen ein reines GPS-Gerät zu kaufen. Da die meisten ein Smartphone besitzen, musste die App gefunden werden, die nicht nur für das IPhone und Android verfügbar ist, sie soll von der Leistungsfähigkeit den Garmin Geräten ebenbürtig sein.

Anforderungen an eine Navigationsapp

  • auf IPhone und Android Geräten verfügbar
  • Importieren von GPS-Tracks
  • Exportieren von GPS-Tracks
  • Trackaufzeichnung
  • Importieren von POI
  • POI in der Karte
  • Simulation-/Demomodus
  • Tourenplanung mit Zwischenzielen auf dem Gerät
  • offline Berechnung der Routen
  • Freie Auswahl bei der Verwendung eines externen Planungstool
  • In der Basisversion kostenlos
  • Datenschutz, Daten werden nicht beim Anbieter gespeichert

OsmAnd kann noch mehr

Um es kurz zu machen. OsmAnd erfüllt alle Anforderungen. Beeindruckt war ich von zwei Dingen. Bei OsmAnd lassen sich verschieden Routen in der Karte ein bzw. Ausschalten. Für Radfahrer sind die regionalen und überregionalen Radrouten im Kartenwerk implementiert. Wer sich ortsunkundig in einer fremden Stadt bewegt, kann ohne Probleme die Radrouten benutzen. Das gleiche gilt für Wanderwege.

Aus Tracks werden Routen

Weiterhin finde ich beeindruckend, dass OsmAnd Tracks in Routen umwandelt und dabei scheinbar keine Grenze bei den Zwischenzielen zu haben scheint. Bei Garmin dürfen, wie wir alle wissen, maximal 50 Zwischenziele in einer Route verwendet werden.
Ich persönlich habe einen Track mit über 1300 Zwischenzielen erstellt. OsmAnd hat hieraus problemlos eine Route mit konfigurierbaren Abbiegehinweisen und optional zuschaltbarer Sprachansage konfiguriert. OK, Sprachansagen finde ich persönlich ziemlich nervend. Interessanter Weise kann man mit dieser Option das Smartphone gegen Regen schützen, indem man es in die Jackentasche steckt und sich einfach mit den Sprachansagen navigieren lässt. Mit dem geeigneten Bluetooth Kopfhörer funktioniert das super.

OsmAnd Tourenplaner für Garmingeräte

Übrigens lassen sich mit OsmAnd (Android) Touren auf dem Smartphone planen, speichern und exportieren, um sie danach mit GPS/Fit Exporter via GarminConnect auf das Oregon 700 zu übertragen. Bei älteren Geräten nimmt man das OTG-Kabel. Für diejenigen, die unterwegs Touren planen möchten, ist das eine nette Option.

Smartphone Navigation für Biker und E-Biker OsmAnd (Android)

Und für alle, die OsmAnd so richtig kennenlernen möchten, gibt es mein neues Mitmachbuch für Android Geräte. (An der Iphone Version wird gearbeitet)

Das Buch gibt es nur bei Amzon. Hier lässt es sich bestellen.

 

 

Garmin BaseCamp

Garmin BaseCamp ist eine der besten Software zum Erstellen von Touren für Rennradfahrer, Tourenradfahrer, Mountainbiker, Wanderer, Reiter , Motorradfahrer, Wohnmobilfahrer – also für alle diejenigen, die nicht auf dem kürzesten,  sondern auf ihrem individuellen Weg ihr Ziel erreichen möchten. Das Beste daran ist, dass die Software kostenlos ist.

Dabei ist es völlig gleichgültig ob man Besitzer eines GPS-Gerätes von Garmin, Falk, Teasi, Blaupunkt, Magellan oder TomTom ist. Das GPS-Gerät muss nur Dateien im Standardformat  GPX für Geodaten lesen können. Und das können mittlerweile alle Geräte.

Aber auch diejenigen, die überhaupt kein GPS-Gerät besitzen, können Garmin BaseCamp zur Tourenplanung benutzen, schließlich lässt sich jede Tour mit samt der Karte auch ausdrucken.

Vielleicht sind sie ja auch Besitzer einer kleinen Pension im Nirgendwo mit wunderbaren Wander- oder Reitwegen. Zeigen Sie Ihren Gästen auf einer eigenen Karte Ihre wunderschöne Umgebung.

Die Karten gibt es auch umsonst. In Garmin BaseCamp können die kostenlosen Karten von Openstreetmap (OSM)  zur Tourenplanung verwendet werden. Und das nicht nur für Deutschland, sondern weltweit.

Sowohl Garmin BaseCamp als auch die Karten von Openstreetmap werden ohne permanente Verbindung zum Internet verwendet. Wer nur zu Hause Touren plant, dem mag es egal sein ob eine Internetverbindung verfügbar ist oder nicht. Ich persönlich schätze es sehr, mein Notebook mit in den Urlaub zu nehmen, auch wenn es nur dazu dient mir die nähere Umgebung besser einzuprägen. Wer sich nicht gerade in einem Luxushotel mit einer spitzenmäßigen Internetverbindung aufhält, wird es zu schätzen wissen, dass man diese genau nicht braucht.

Einen kleinen Haken hat das Ganze dann doch, leider ist die Dokumentation von Garmin BaseCamp mehr schlecht als recht. Das ist häufig so bei kostenloser Software, der Programmierer kennt seine Lösung und die Nutzer sollen sich halt reinfrickeln, ist ja schließlich kostenlos. Geschenkter Gaul und so…

Ich habe mich so gut reingefrickelt, dass ich im Rahmen meiner Buchreihe Tourenplanung mit kostenloser Software das Buch BaseCamp & Openstreetmap veröffentlicht habe, in dem ich jedem, der sich für Garmin BaseCamp interessiert, in relativ kurzer Zeit den Umgang mit dieser phantastischen Software erkläre.

Garmin Bedienungsanleitung

Die Bedienungsanleitungen für die GPS Geräte von Garmin beschreiben die Funktionen für diejenigen, die wissen wie Tourenplanung im Outdoorbereich funktioniert sehr gut.

In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass die meisten, die ein GPS Gerät zum Radfahren oder Wandern erwerben, erwarten, dass es genauso funktioniert wie im Auto. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn es dann scheinbar viel komplizierter ist.

Wer kurz darüber nachdenkt, dem wird schnell klar, dass das auch gar nicht funktionieren kann.

Mit dem Auto wollen wir den kürzesten oder schnellsten Weg zum Ziel zurücklegen, in unserer Freizeit soll es meistens  der Schönste sein. Während sich kurz und schnell durch Algorithmen abbilden lassen, sieht das mit „schön“ schon ganz anders aus. „Schön“ lässt sich nicht mit einem Algorithmus abbilden, was schön ist, definieren sie selber.

Tatsächlich können Sie zusammen mit Ihrem Garmin ganz wunderbare Touren erleben, wenn sie wissen wie es funktioniert. Die meisten Benutzer, die ich so kennengelernt habe, konnten das leider nicht. Selbst verständlich können Sie im Bekanntenkreis die selbst ernannten Computerexperten bemühen, die  Ihnen ihr Halbwissen vermitteln, sie können auch versuchen sich in Foren im Netz schlau zu machen. Allerdings ist auch nicht alles richtig was in Foren vermittelt wird, auch hier muss man die Spreu vom Weizen teilen.

Weil die guten Bekannten meist auch nicht alles wissen und auch in Foren jede Menge Blödsinn verbreitet wird, habe ich aus meinen Schulungsunterlagen die Buchreihe Tourenplanung mit kostenloser Software  erschaffen,  die Sie in kurzer Zeit zum Experten für Tourenplanung auf Ihrem Garmin und auf Ihrem PC  werden lässt. Anhand vieler praktischer Übungen erkläre ich Ihnen wie Sie die Aufgaben meistern können. Haben Sie das Prinzip verstanden, werden Sie Ihr Garmin auf Ihren Touren nicht mehr vermissen wollen.

Die Bücher gibt es zurzeit ausschließlich als eBook im Kindle-Format auf Amazon. Zum Lesen brauchen Sie keinen Kindle, das funktioniert genauso mit der entsprechenden Kindle-App  auf dem Smartphone, Tablet oder PC.

Garmin Oregon 200/300/400t/450/450t/550/550t

Die erste Generation

Beim Oregon der ersten Generation handelt es sich um die Geräte mit der Bezeichnung Oregon 200, 300, 400t, 450, 550 und 550t.

Oregon 400t mit OSM-Freizeitkarte

Garmin hat im Jahr 2008 das erste GPS-Gerät (Oregon 200) mit Touchscreen auf den Markt gebracht, der Fachhandel verkauft diese Serie bis heute. Der Touchscreen ist resistiv, was bedeutet, dass ein leichter Druck auf das Display ausgeübt werden muss. Für Benutzer moderner Smartphones ist das eventuell gewöhnungsbedürftig. Der Vorteil des resistiven Displays ist, dass es mit Handschuhen bedienbar ist und auch starker Regen die Bedienung des Geräts nicht beeinflusst.
Das Garmin Oregon ist aus meiner Sicht eines der besten Geräte von Garmin. Nicht zu klein und nicht zu groß, einfache Bedienung , robust und universell einsetzbar, die Stromversorgung erfolgt mit 2 Nimh-Akkus der Größe AA oder 2 Batterien der gleichen Größe.
Jeder, der ein Smartphone bedienen kann, kommt mit dem Gerät zurecht.

Den größten Vorteil an dieser Oregon-Serie sehe ich in dem versenkten Display, dass durch den äußeren Rand des Gerätes sehr gut geschützt ist. Denn eines sollte klar sein, wer sein GPS-Gerät im Outdoorbereich verwendet, dem wird das Gerät das ein oder andere Mal herunterfallen. Das ist mir schon häufiger passiert, das Display hat nie einen Schaden bekommen, dafür ist der Rand ordentlich verkratzt.
Ein weiterer Vorteil ist der günstige Preis. Zur Zeit steigen viele Besitzer der ersten Oregon Serie auf die neuen 600er um, hier bietet sich die Chance zuzuschlagen. Dazu sollte man die Geräte unterscheiden können, die nachfolgende Tabelle ist dabei hilfreich.

Übersicht Oregon Geräte

  200 300 400t 450 450t 550 550t
Interner Speicher in GB 0,024 0,85 3,7 0,9 3,7 0,85 3,7
Elektronischer 2-Achsen Kompass   X X        
Elektronischer 3-Achsen Kompass       X X X X
Optional verwendbar
Pulsmesser, Trittfrequenzmesser, Geschwindigkeitsmesser
X X X X X X
Freizeitkarte Europa, nicht routingfähig     X   X   X
Kamera, Auflösung in Megapixel           3,2 3,2
Micro-SD verwendbar   X X X X X X

Beim Kaufen unbedingt beachten

Grundsätzlich kann man ein Oregon dieser ersten Serie gebraucht kaufen. Man sollte sich allerdings zusichern lassen, dass das Display in Ordnung ist. Die Oregon-Serie hat leider ein Display, das leicht verkratzt. Manche Gebrauchtgeräte haben auch einen Display Fehler, der sich durch einen Balken bemerkbar macht, der waagerecht über das Display verläuft, wobei die Verkäufer dann  gerne behaupten, dass das nicht stört.

Ich persönlich würde diese defekten Geräte nur dann kaufen, wenn der Preis unter 60€ liegt, um das Display dann eventuell selber zu tauschen, das man für ca. 25 € bei den großen Internetversendern erwerben kann. Ob man dazu fachlich in der Lage ist, kann man beurteilen, wenn man dieses Video bei Youtube anschaut. Link.

Für ein nicht defektes Garmin-Gerät sollte man allerding auch nicht mehr als 80 bis 150€ ausgeben.

Die integrierte Kamera der Oregon 5xx-Serie sollte keine Kaufentscheidung für diese Serie sein. Eine Auflösung von 3,2 MP kann jedes Smartphone deutlich besser, auch Fotos mit Standortinformationen (Geotagging) beherrscht heute fast jedes Smartphone.

Mit dem Modell 450 hat Garmin das Display verbessert, da es immer wieder Klagen von Benutzern gab. Zusätzlich ist ab diesem Modell der 3-Achsen-Kompass hinzugekommen. Während beim 2-Achsen-Kompass das Gerät waagerecht gehalten werden muss, um eine stabile Kompass-Anzeige zu erhalten, ist die Lage des Geräts beim 3-Achsen-Kompass egal. In der Praxis spielt das aus meiner Sicht keine Rolle, wenn ich das Gerät als Kompass verwende, halte ich es sowieso waagerecht, weil ich es ja sonst gar nicht ablesen kann.

Ich persönlich besitze ein Oregon 300 seit 2009, benutze es meist mit eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung und teile die negative Kritik über das Display nicht.
Beim Oregon 300 habe ich im letzten Jahr das Display getauscht, nachdem ich das Video dreimal angeschaut hatte.

Das Oregon 400t habe ich mir eigentlich nur wegen der nicht routingfähigen Freizeitkarte gekauft und kann somit aus eigener Erfahrung behaupten, dass  diese Karte keinen Vorteil bietet.
Einen Vorteil hat das Oregon 400t dann allerdings doch: Wenn man die Freizeitkarte löscht, hat man auf dem 3,7 GB internem Speicher genug Platz, um eine oder mehre Karten von Openstreetmap zu installieren.
Dieses Gerät hat noch das Original-Display. Die Ablesbarkeit ist auch bei diesem Gerät gut.

Das Oregon 200 empfehle ich nicht, da der interne Speicher mit 24 MB so klein bemessen ist, dass nur kleinste Teilkarten installiert werden können. Als Geschenk kann man es behalten.

Karten

Ohne Karte ist ein GPS-Gerät kaum zu gebrauchen. Es werden Geräte mit oder ohne Karte verkauft. Die nicht routingfähige Freizeitkarte von Garmin zähle ich nicht zu den empfehlenswerten Karten, da diese außer einer Übersicht keinen weiteren Nutzen haben. Für eine originale Garmin-Karte können Sie je nach Aktualität bis zu 30€ mehr ausgeben. Für zusätzliche OSM-Karten (Openstreetmap) sollten Sie keinen Mehrpreis bezahlen, diese bekommen Sie auch kostenlos.